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UniFi Teleport für Kameras: Entfernte Standorte ohne eigene UniFi Hardware an UniFi Protect anbinden
Mit UniFi Protect 7.3 lernen Sie Kameras über UniFi Teleport direkt an Ihrem zentralen Cloud Gateway oder NVR an. Am entfernten Standort genügen die Kamera und ein Internetanschluss. Wir erklären Ablauf, Voraussetzungen, Grenzen und sinnvolle Einsatzszenarien.
Das Wichtigste in Kürze
- Mit UniFi Protect 7.3 können unterstützte Kameras über UniFi Teleport an ein Cloud Gateway oder einen NVR an einem anderen Standort angelernt werden und zeichnen dort über das Internet auf.
- Am Kamerastandort ist außer der Kamera keine UniFi Hardware nötig, ein Router eines beliebigen Herstellers oder eine Mobilfunkverbindung genügt.
- Unterstützt werden die G6-Serie ohne G6 Edge und die AI-Serie mit Kamera-Firmware ab 5.5.29, UniFi Protect ab 7.3.68 und UniFi OS ab 6.0.9.
- Für die Adoption muss einmal jemand mit der UniFi Protect App im selben lokalen Netz wie die Kamera sein, danach läuft die Verbindung dauerhaft über Teleport.
- Entscheidend für den stabilen Betrieb sind die Upload-Bandbreite am Kamerastandort und eine öffentliche IPv4-Adresse am Cloud Gateway in der Zentrale.
Was ist neu an UniFi Teleport für Kameras?
Mit UniFi Protect 7.3 hat Ubiquiti die sogenannte Teleport-Adoption eingeführt. Über UniFi Teleport lernen Sie eine unterstützte Kamera an einem entfernten Standort direkt an einem UniFi Cloud Gateway oder einem UniFi NVR an einem ganz anderen Standort an. Die Kamera zeichnet anschließend über das Internet auf das zentrale System auf und erscheint in UniFi Protect wie jede lokal angeschlossene Kamera.
Das Besondere: Am Kamerastandort wird außer der Kamera keine UniFi Hardware benötigt. Kein Cloud Gateway, keine Konsole, kein NVR und kein UniFi Switch. Es genügt ein Internetanschluss mit dem Router des Providers, ein Router eines beliebigen Herstellers oder eine Mobilfunkverbindung.
Bisher galt bei UniFi Protect eine einfache Regel: Die Kamera muss im selben Netz hängen wie die Konsole, auf der UniFi Protect läuft. Wer eine einzelne Kamera in einer Außenstelle betreiben wollte, brauchte dort entweder eine eigene Konsole mit einer eigenen UniFi Protect Installation oder ein Site-to-Site-VPN zwischen beiden Standorten, inklusive Routing, Firewall-Regeln und Adoption über Layer 3. Beides entfällt mit der Teleport-Adoption.
Wie funktioniert die Teleport-Adoption technisch?
Teleport ist das VPN von Ubiquiti, das ohne manuelle Konfiguration auskommt. Es baut einen verschlüsselten WireGuard-Tunnel auf, der über ausgehende Verbindungen läuft. Portfreigaben am Router des entfernten Standorts sind deshalb nicht nötig. Bekannt war Teleport bisher vor allem als Fernzugang für Smartphone und Laptop, zum Beispiel beim Teleport-VPN mit dem UniFi Travel Router.
Mit UniFi Protect 7.3 arbeitet nun auch die Kamera selbst als VPN-Client. Sie baut die Verbindung zum Cloud Gateway in der Zentrale auf und überträgt ihren Videostrom durch den Tunnel. Aufgezeichnet wird entweder auf dem Cloud Gateway selbst oder auf einem UniFi NVR im lokalen Netz dieses Cloud Gateways. Zusätzliche Lizenzkosten fallen dafür nicht an.
Welche Voraussetzungen gelten für UniFi Teleport mit Kameras?
- Kameras: UniFi G6 Kameras ohne G6 Edge sowie die AI-Serie. Ältere Generationen wie G4 und G5 werden nicht unterstützt. Für einzelne Modelle, etwa die Doorbell Lite und die AI Multi Sensoren, nennt Ubiquiti in den Hinweisen zur App derzeit noch Einschränkungen.
- Kamera-Firmware: 5.5.29 oder neuer.
- UniFi Protect: 7.3.68 oder neuer.
- UniFi OS: 6.0.9 oder neuer.
- App: UniFi Protect für iOS ab Version 3.12 oder für Android ab Version 3.9.
- Zentrale: ein UniFi Cloud Gateway mit aktiviertem Teleport. Ein einzelner NVR hinter einem fremden Router reicht nicht aus.
- Internet: Beide Standorte brauchen einen Internetzugang, der eine direkte Teleport-Verbindung zulässt. Ubiquiti empfiehlt ausdrücklich eine öffentliche IP-Adresse am WAN-Anschluss des Cloud Gateways in der Zentrale.
- Berechtigungen: Wer die Kamera anlernt, muss Administrator auf dem Cloud Gateway und auf dem NVR sein.
So läuft die Adoption einer Kamera über Teleport ab
- Zentrale vorbereiten. Teleport auf dem Cloud Gateway aktivieren und prüfen, ob UniFi OS und UniFi Protect die Mindestversionen erfüllen.
- Firmware der Kamera vorab aktualisieren. Die Mindestversion der Kamera-Firmware wird streng geprüft. Ab Werk kann eine ältere Version installiert sein. Am sichersten ist es, die Kamera zuerst an einer vorhandenen Konsole anzulernen, die Firmware zu aktualisieren und die Kamera danach wieder zu entfernen. Die aktuelle UniFi Protect App unterstützt das Firmware-Update über die bisherige Konsole vor der Übergabe ausdrücklich.
- Kamera am entfernten Standort anschließen. Die Kamera wird montiert, mit Strom versorgt und mit dem lokalen Netz verbunden, bei PoE-Kameras etwa über einen PoE-Switch oder PoE-Injektor am vorhandenen Router.
- Smartphone ins selbe Netz bringen. Vor Ort wird das Smartphone mit demselben lokalen Netz wie die Kamera verbunden. In der UniFi Protect App meldet man sich mit einem Administratorkonto der Zentrale an.
- Kamera anlernen. Die App zeigt die gefundene Kamera zur Adoption an. Jetzt das gewünschte Aufzeichnungsziel in der Zentrale auswählen und die Adoption bestätigen.
- Fertig. Die Kamera verbindet sich über Teleport mit der Zentrale und zeichnet dort auf. In der Regel ist sie nach wenigen Minuten online.
Wichtig für die Planung: Für die Adoption muss einmal jemand mit einem Smartphone am Kamerastandort sein. Danach läuft die Kamera dauerhaft über Teleport. Eine Kamera, die bereits in einer anderen UniFi Protect Installation angelernt war, muss vorher entfernt oder auf Werkseinstellungen zurückgesetzt werden.
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Welche Grenzen sollten Sie kennen?
- Upload am Kamerastandort: Jede Kamera überträgt ihren Videostrom dauerhaft über das Internet. Daueraufzeichnung belastet die Leitung deutlich stärker als die adaptive oder die ereignisbasierte Aufzeichnung. Bandbreite, Auflösung, Aufzeichnungsmodus und Anzahl der Kameras müssen auf beiden Seiten zusammenpassen.
- CGNAT und DS-Lite: Viele Kabel- und Glasfaseranschlüsse in Deutschland haben keine eigene öffentliche IPv4-Adresse. Für die Zentrale sollten Sie einen Anschluss mit öffentlicher IPv4 einplanen und verschachteltes NAT auf beiden Seiten vermeiden. Wie Sie doppeltes NAT vermeiden, zeigt unser Leitfaden zum Bridge Mode.
- Firewalls: Teleport-Verkehr darf an keinem der beiden Standorte blockiert werden. Das ist besonders in fremden Netzen wichtig, deren Firewall Sie nicht selbst verwalten.
- Ausfall der Internetverbindung: Kameras mit eigenem Speicher zeichnen bei einem Ausfall lokal weiter. Diese Aufnahmen lassen sich herunterladen, sobald die Verbindung wieder steht. Wer Teleport-Kameras sicherheitsrelevant einsetzt, sollte dieses Verhalten vor dem Produktivbetrieb testen.
- Teleport nicht abschalten: Wird Teleport am Cloud Gateway deaktiviert, trennt das alle entfernten Kameras und stoppt die Aufzeichnung. Ein erneutes Aktivieren verbindet sie nicht automatisch, die Adoption muss am Kamerastandort wiederholt werden. Dieser Punkt gehört in die Betriebsdokumentation und in jede Änderungsfreigabe.
- Kein Zwei-Wege-Audio: Gegensprechen wird über Teleport derzeit nicht unterstützt.
Auch über den verschlüsselten Tunnel gelten für die Videoüberwachung die Vorgaben der DSGVO, etwa Hinweisschilder, Zweckbindung, Speicherfristen und bei Arbeitsplätzen die Beteiligung des Betriebsrats.
Für welche Einsatzszenarien lohnt sich UniFi Teleport?
Filialen und Kleinstandorte mit wenigen Kameras
Verkaufsstellen, Ausstellungsflächen, Außenlager oder kleine Büros mit ein oder zwei Kameras brauchten bisher eine eigene Konsole. Mit UniFi Teleport zeichnen diese Kameras auf den NVR in der Zentrale auf. Alle Standorte erscheinen in einer einzigen UniFi Protect Oberfläche, Rechte, Speicherfristen und Suche werden an einer Stelle verwaltet.
Baustellen und temporäre Standorte
Auf Baustellen, bei Veranstaltungen oder in Übergangsquartieren genügt ein Mobilfunkrouter eines beliebigen Herstellers. Nach Projektende wird die Kamera zurückgesetzt und am nächsten Standort wieder eingesetzt. Planen Sie dabei das Datenvolumen des Mobilfunktarifs und den Aufzeichnungsmodus gemeinsam.
Kameras in fremden Netzwerken
Mietflächen in Einkaufszentren, Lagerflächen bei Logistikdienstleistern, Technikräume beim Kunden oder Flächen in Coworking-Gebäuden haben eines gemeinsam: Das Netzwerk gehört jemand anderem. Ein Site-to-Site-VPN ist dort meist weder möglich noch gewünscht. Die Kamera braucht nur einen Internetzugang, in dem Teleport-Verkehr erlaubt ist. Das sollten Sie vorab mit dem Betreiber des Netzes klären.
Abgesetzte Außenanlagen
Parkplätze, Zufahrtstore, Lagerplätze, Pumpstationen oder technische Anlagen liegen oft weit vom Hauptgebäude entfernt und haben nur einen eigenen kleinen Internetanschluss. Mit UniFi Teleport werden sie Teil der zentralen Videoüberwachung, ohne dass dort Netzwerktechnik aufgebaut werden muss.
Wann ist eine andere Lösung besser?
- Viele Kameras an einem Standort: Reicht der Upload nicht für alle Videoströme, ist ein eigener NVR vor Ort sinnvoller. Mehrere solcher Standorte verwalten Sie zentral mit dem UniFi Site Manager.
- Standorte mit eigenem UniFi Gateway: Wenn ohnehin ein UniFi Cloud Gateway vor Ort steht, ist eine Standortvernetzung mit UniFi SD-WAN oft die bessere Basis für Kameras, Telefonie und Daten.
- Keine zentrale Aufzeichnung nötig: Wer nur lokal aufzeichnen möchte, findet mit den UniFi G6 Edge Kameras Modelle mit eigenem Speicher, die ganz ohne NVR auskommen. Teleport unterstützen sie allerdings nicht.
- Ältere Kameras oder Gegensprechen: G4- und G5-Kameras sowie Anwendungen mit Zwei-Wege-Audio bleiben bei der klassischen Anbindung.
Wie unterstützt die InSys AG® bei UniFi Teleport?
Als Ubiquiti Enterprise Partner und UniFi Professional Integrator plant die InSys AG® Videoüberwachung über mehrere Standorte: von der Bandbreitenberechnung über den passenden Anschluss in der Zentrale bis zu Aufzeichnungsmodus und Speicherbedarf auf dem NVR. Konfiguration und Inbetriebnahme von Teleport und UniFi Protect übernehmen wir auch remote, die Montage der Kameras vor Ort erfolgt durch das ausführende Elektrounternehmen. Mehr zu unserem Angebot finden Sie unter UniFi für Unternehmen und in unserer UniFi Planung.
Die aktuellen UniFi Kameras können Sie in Deutschlands größtem UniFi Democenter mit 700 m² im H1 Bielefeld live erleben. Sprechen Sie uns gerne an unter +49 (521) 260105-0 oder über das Kontaktformular.
Häufige Fragen
Braucht der entfernte Standort für UniFi Teleport eigene UniFi Hardware?
Nein. Am Kamerastandort genügen die unterstützte Kamera und ein Internetzugang, zum Beispiel über den Router des Providers, einen Router eines anderen Herstellers oder eine Mobilfunkverbindung. UniFi Hardware wird nur in der Zentrale benötigt: ein UniFi Cloud Gateway mit aktiviertem Teleport und optional ein UniFi NVR in dessen Netz.
Reicht ein UniFi NVR ohne Cloud Gateway in der Zentrale?
Nein. Ziel der Teleport-Adoption ist immer ein UniFi Cloud Gateway mit aktiviertem Teleport. Aufgezeichnet werden kann auf dem Cloud Gateway selbst oder auf einem NVR in dessen lokalem Netz.
Funktioniert die Teleport-Adoption hinter CGNAT oder über Mobilfunk?
Am Kamerastandort sind Router anderer Hersteller und Mobilfunkverbindungen möglich, solange eine direkte Teleport-Verbindung zustande kommt. Für das Cloud Gateway in der Zentrale empfiehlt Ubiquiti dringend eine öffentliche IPv4-Adresse, verschachteltes NAT sollte auf beiden Seiten vermieden werden.
Kann ich bereits genutzte Kameras auf Teleport umstellen?
Ja, wenn es sich um ein unterstütztes Modell der G6-Serie ohne G6 Edge oder der AI-Serie mit Firmware ab 5.5.29 handelt. Die Kamera muss vorher aus der bisherigen UniFi Protect Installation entfernt oder auf Werkseinstellungen zurückgesetzt werden.
Was passiert bei einem Ausfall der Internetverbindung?
Kameras mit eigenem Speicher zeichnen während des Ausfalls lokal weiter. Diese Aufnahmen können heruntergeladen werden, sobald die Kamera wieder verbunden ist. Für sicherheitsrelevante Standorte sollte das Verhalten vor dem Produktivbetrieb getestet werden.
Kostet die Teleport-Adoption Lizenzgebühren?
Nein. Ubiquiti berechnet für die Teleport-Adoption in UniFi Protect keine Lizenzgebühren, die meisten Kamerafunktionen stehen auch über Teleport zur Verfügung. Ausgenommen ist derzeit das Zwei-Wege-Audio.


