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UbiquitiBusiness Unit UniFi Enterprise

UniFi OSPF und BGP: Dynamisches Routing bis nach Azure

Mit dynamischem Routing lernen Router ihre Netze selbst, statt dass Administratoren jede Route von Hand pflegen. Dieser Leitfaden erklärt OSPF und BGP verständlich, zeigt, was UniFi Gateways können, und führt Schritt für Schritt durch die Kopplung eines lokalen UniFi Netzes mit Microsoft Azure per IPsec und BGP. Mit BGP-Konfigurator zum Kopieren.

Kurz erklärt

OSPF (Open Shortest Path First) verteilt Routen innerhalb eines Unternehmensnetzes und wählt automatisch den Weg mit den geringsten Kosten. BGP (Border Gateway Protocol) tauscht Routen zwischen eigenständigen Netzen aus, etwa zwischen Ihrem Standort und Microsoft Azure.

UniFi Gateways beherrschen beides: OSPF direkt in der Oberfläche von UniFi Network, BGP über eine hochgeladene Konfigurationsdatei. Microsoft Azure spricht dagegen ausschließlich BGP. Die bewährte Kombination ist deshalb OSPF im lokalen Netz und BGP durch einen IPsec-Tunnel nach Azure. Genau diesen Aufbau zeigt dieser Leitfaden, mit Beispielwerten, die Sie im BGP-Konfigurator an Ihr Netz anpassen. Alle technischen Angaben entsprechen dem Stand Oktober 2026.

  • OSPFim lokalen Netz, direkt in UniFi Network
  • BGPzu Azure, AWS und Providern per FRR-Datei
  • 65515Standard-ASN des Azure VPN Gateway
  • lizenzfreiOSPF und BGP ohne Zusatzlizenz in UniFi

Was ist dynamisches Routing?

Statische Routen, OSPF und BGP einfach erklärt

Beim dynamischen Routing tauschen Router ihre Netze automatisch über ein Routing-Protokoll aus und passen ihre Wege selbstständig an, wenn sich etwas ändert. Beim statischen Routing trägt dagegen ein Administrator jede Route von Hand auf jedem Gerät ein.

Ein Vergleich aus dem Alltag: Statische Routen sind wie ausgedruckte Wegbeschreibungen. Sie funktionieren, bis eine Straße gesperrt ist. Dynamisches Routing ist das Navigationssystem, das Sperrungen kennt und sofort eine Umleitung berechnet. In kleinen Netzen mit einem Internetanschluss genügen statische Routen. Sobald mehrere Router, Standorte, Leitungen oder eine Cloud beteiligt sind, spart dynamisches Routing Zeit und verhindert Fehler.

  • Statische Routen

    Jede Route wird von Hand eingetragen. Einfach und vorhersehbar, aber jede Änderung bedeutet Handarbeit an jedem Gerät.

    Bei UniFi: In UniFi Network unter Routing, für einzelne Netze

  • OSPF

    Router derselben Organisation kennen die gesamte Topologie und berechnen den kürzesten Weg. Fällt eine Leitung aus, wird in Sekunden neu gerechnet.

    Bei UniFi: In der Oberfläche, mit Areas, Kosten und Authentifizierung

  • BGP

    Verbindet eigenständige Netze mit eigener Nummer (ASN). Regeln legen fest, welche Netze gemeldet und angenommen werden.

    Bei UniFi: Als FRR-Konfigurationsdatei auf ausgewählten Gateways

OSPF oder BGP?

Zwei Protokolle für zwei Aufgaben

OSPF ist das Protokoll für das Netz innerhalb Ihres Unternehmens, BGP das Protokoll zwischen Ihrem Netz und anderen Netzen wie Azure oder einem Provider. Beide schließen sich nicht aus, sondern arbeiten in den meisten Hybrid-Netzen zusammen.

OSPF ist ein Link-State-Protokoll: Jeder Router kennt alle Verbindungen seiner Area und ihre Kosten und berechnet daraus den kürzesten Weg. BGP ist ein Pfadvektor-Protokoll: Es meldet Netze zusammen mit dem Weg über die autonomen Systeme (AS-Pfad) und überlässt die Auswahl Regeln, die der Administrator festlegt. Deshalb ist BGP das Protokoll des Internets und der Cloud-Anbieter.

Im lokalen Netz

OSPF

Link-State, kürzester Weg nach Kosten

OSPF wählt den Weg mit den geringsten KostenVier Router in Area 0. Router A erreicht Router D direkt mit Kosten 10 oder über B und C mit Kosten 1 plus 1 plus 1. OSPF wählt den günstigeren Weg über B und C mit Gesamtkosten 3.11110ABCDA nach D: über B und C, Kosten 3 statt 10

So arbeitet OSPF

  • Jeder Router kennt die Topologie seiner Area
  • Automatische Wahl des günstigsten Wegs
  • Schnelle Umschaltung nach Hello- und Dead-Intervall
  • Offener Standard (RFC 2328), herstellerübergreifend

Grenzen

  • Für Verbindungen zwischen Organisationen nicht gedacht
  • Von Azure nicht unterstützt

Ideal für Standorte mit Layer-3-Core, mehreren Routern oder Firewalls anderer Hersteller

BGP

Pfadvektor, Regeln statt Kosten

BGP tauscht Netze zwischen autonomen Systemen ausDrei autonome Systeme: das Unternehmen mit ASN 65010, Microsoft Azure mit ASN 65515 und ein Provider mit ASN 64600. Jedes System meldet seine Netze an die Nachbarn und entscheidet nach eigenen Regeln, welche Netze es annimmt.UnternehmenASN 6501010.10.0.0/16AzureASN 6551510.20.0.0/16ProviderASN 646000.0.0.0/0Jedes System entscheidet selbst, was es annimmt

So arbeitet BGP

  • Verbindet Netze mit eigener ASN
  • Präfix-Listen und Route-Maps steuern, was ausgetauscht wird
  • Standard bei Azure, AWS und Providern
  • Skaliert bis zum gesamten Internet

Grenzen

  • Langsamere Umschaltung über Timer, bei Azure bis 180 Sekunden
  • Bei UniFi nur per Konfigurationsdatei

Ideal für die Anbindung an Microsoft Azure, AWS, Rechenzentren und Provider

Statische Routen, OSPF und BGP im Vergleich

Die drei Wege auf einen Blick

Statische Routen sind für wenige, feste Netze richtig, OSPF für das dynamische lokale Netz und BGP für die Kopplung mit Azure, AWS und Providern. Die Tabelle zeigt die Unterschiede und was davon UniFi Gateways heute können.

Statische Routen, OSPF und BGP im Vergleich
KriteriumStatische RoutenOSPFBGP
PrinzipVon Hand eingetragenLink-State, kürzester Weg nach KostenPfadvektor, Auswahl nach Regeln und AS-Pfad
Typischer EinsatzKleine Netze, einzelne AusnahmenInnerhalb eines UnternehmensZwischen Unternehmen, Cloud und Provider
Reaktion auf AusfälleKeine, HandarbeitAutomatisch nach Dead-Intervall, Standard 40 SekundenAutomatisch nach Hold-Time, bei Azure 180 Sekunden
Aufwand bei neuen NetzenAn jedem GerätAutomatischAutomatisch, gesteuert über Präfix-Listen
Microsoft AzureJa, als feste AdressräumeNeinJa, VPN Gateway und Route Server
StandardKein ProtokollOSPFv2, RFC 2328BGP-4, RFC 4271
Bei UniFiAlle Gateways, in der OberflächeIn der Oberfläche von UniFi NetworkPer FRR-Datei auf ausgewählten Gateways

Quellen: IETF RFC 2328 und RFC 4271, Ubiquiti Help Center, Microsoft Learn. Stand: Oktober 2026.

Warum die InSys AG® der richtige Ubiquiti Enterprise Partner für Sie ist

Seit 1991 planen, konfigurieren und betreiben wir Netzwerklösungen für Unternehmen - als autorisierter Ubiquiti Enterprise Partner, UniFi Professional Integrator und Autorisiertes UniFi Schulungscenter. Mit Deutschlands größtem UniFi Democenter auf 700 m² im H1 in Bielefeld und unseren Standorten in Hamburg und Dubai.

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UniFi Geräte im Einsatz bei unseren Kunden
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Jahre Netzwerk-Erfahrung seit 1991
3
Standorte: Bielefeld, Hamburg, Dubai

Dynamisches Routing mit UniFi

Was UniFi Gateways bei OSPF und BGP können

UniFi Gateways unterstützen OSPF seit UniFi Network 8.1 direkt in der Oberfläche und BGP auf ausgewählten Modellen über eine Konfigurationsdatei im FRR-Format. FRRouting (FRR) ist eine verbreitete Open-Source-Routing-Software, die auch Linux-Router und viele Appliances nutzen.

Auch das UniFi SD-WAN verwendet intern OSPF, um zwischen den Standorten zu routen. Zwischen reinen UniFi Standorten müssen Sie deshalb nichts selbst einrichten. OSPF und BGP konfigurieren Sie dann, wenn Router anderer Hersteller, ein Layer-3-Core, ein Rechenzentrum oder eine Cloud wie Microsoft Azure beteiligt sind.

OSPF in UniFi Network

Eingerichtet in der Oberfläche, im Bereich Routing (je nach Version unter Settings > Routing oder Settings > Policy Engine).

  • AreaBackbone-Area 0, Typ Normal, Stub oder NSSA
  • NetzeEin oder mehrere Netze je Area, auf Wunsch passiv
  • Router-IDAutomatisch, auf Wunsch fest, je Nachbar eindeutig
  • KostenStandard 1 je Schnittstelle
  • Hello und DeadStandard 10 und 40 Sekunden
  • AuthentifizierungAus, Klartext oder MD5
  • WeitergabeAngeschlossene und statische Routen

Muss bei Nachbarn übereinstimmen: Area und Area-Typ, Hello- und Dead-Intervall, Subnetzmaske, Authentifizierung, Netzwerktyp und MTU.

BGP per FRR-Datei

Eine Textdatei im FRR-Format wird in UniFi Network hochgeladen. Laut Ubiquiti Help Center auf diesen Gateways:

  • UniFi Enterprise Firewall (EFG)ab UniFi OS 4.1.13
  • Dream Machine Pro Maxab UniFi OS 4.1.13
  • Dream Machine SE und Proab UniFi OS 4.1.13
  • Dream Wallab UniFi OS 4.1.13
  • Next-Gen Gateway Enterpriseab Firmware 4.1.8

Hinweis: Für neuere Modelle wie die Dream Machine Beast oder die Enterprise Firewall Core nennt das Help Center (Stand Oktober 2026) noch keine BGP-Unterstützung. Das prüfen wir in jedem Projekt. Mehr zur UniFi Enterprise Firewall (EFG).

Quellen: Ubiquiti Help Center (UniFi Gateway - OSPF, UniFi - Border Gateway Protocol). Stand: Oktober 2026.

UniFi mit Azure verbinden

So funktioniert die Kopplung per IPsec und BGP

Ein lokales UniFi Netz verbinden Sie mit Microsoft Azure über einen routenbasierten IPsec-Tunnel zum Azure VPN Gateway, durch den beide Seiten per BGP ihre Netze austauschen. OSPF ist dafür nicht möglich: Das Azure VPN Gateway und der Azure Route Server unterstützen für dynamisches Routing ausschließlich BGP.

Im lokalen Netz kann OSPF trotzdem weiterlaufen. Das UniFi Gateway lernt die internen Netze per OSPF oder kennt sie als direkt angeschlossene Netze und meldet sie per BGP an Azure. Azure meldet im Gegenzug die Adressräume des virtuellen Netzes und verteilt die gelernten Routen automatisch an alle Subnetze. Neue Netze auf einer Seite sind damit ohne Handarbeit auf der anderen Seite bekannt. Mehr zu Planung und Betrieb der Cloud-Seite finden Sie bei unserer Beratung zu Microsoft Azure.

Dynamisches Routing zwischen lokalem UniFi Netz und Microsoft AzureLinks das lokale Netz: Das UniFi Gateway tauscht per OSPF in Area 0 Routen mit einem Layer-3-Core aus, an dem die Netze für Clients, Server und Telefonie hängen. In der Mitte verbindet ein verschlüsselter IPsec-Tunnel das UniFi Gateway mit dem Azure VPN Gateway. Durch den Tunnel läuft eine BGP-Sitzung zwischen ASN 65010 und ASN 65515 über die Adressen 169.254.21.2 und 169.254.21.1. Das UniFi Gateway meldet die lokalen Netze 10.10.0.0/16, Azure meldet das virtuelle Netz 10.20.0.0/16. Rechts verteilt Azure die gelernten Routen automatisch an die Subnetze für Anwendungen und Datenbank.STANDORTLokales Netz 10.10.0.0/16MICROSOFT AZUREVNet 10.20.0.0/16OSPF Area 0OSPF-NachbarIPsec IKEv2, routenbasiertBGP 65010 ⇄ 65515169.254.21.2169.254.21.110.10.0.0/16 →← 10.20.0.0/16per BGP gemeldete NetzeUniFi Gateway, ASN 65010Layer-3-Coreoder RouterClients10.10.10.0/24Server10.10.20.0/24Telefonie10.10.30.0/24Netze per OSPF und direkt angeschlossenVPN GatewayVpnGw1AZ, ASN 65515GatewaySubnet 10.20.255.0/27Routen automatisch verteiltAnwendungen10.20.1.0/24Datenbank10.20.2.0/24Beispielwerte, fiktive Adressen
IPsec-Tunnel mit BGPOSPF-NachbarschaftRoutenverteilung in AzureAlle Adressen und ASNs sind fiktive Beispielwerte. Die Tunneladressen 169.254.21.1 und 169.254.21.2 stammen aus dem Bereich, den Azure für eigene BGP-Adressen erlaubt.

Azure vorbereiten

Virtuelles Netz, VPN Gateway, lokales Netzwerkgateway und Verbindung

Auf der Azure-Seite brauchen Sie vier Ressourcen: ein virtuelles Netz mit GatewaySubnet, ein routenbasiertes VPN Gateway mit aktiviertem BGP, ein lokales Netzwerkgateway für Ihren Standort und eine Site-to-Site-Verbindung. Die Schritte folgen dem Azure-Portal, die Werte entsprechen dem Beispiel in der Grafik.

Wichtig vorab: BGP unterstützen alle VPN-Gateway-SKUs außer Basic. Die älteren SKUs VpnGw1 bis VpnGw5 ohne Zonenredundanz hat Microsoft zum 30. September 2026 abgekündigt, für neue Gateways wählen Sie deshalb eine AZ-SKU wie VpnGw1AZ. Die Bereitstellung des Gateways kann laut Microsoft 45 Minuten und länger dauern.

  1. 1

    Virtuelles Netz anlegen

    Ein VNet mit dem Adressraum 10.20.0.0/16 und Subnetzen für Ihre Workloads anlegen. Dazu ein Subnetz mit dem festen Namen GatewaySubnet, empfohlen /27 oder größer, zum Beispiel 10.20.255.0/27.

  2. 2

    VPN Gateway erstellen

    Gatewaytyp VPN, VPN-Typ Routenbasiert, SKU VpnGw1AZ oder größer. Unter BGP konfigurieren „Aktiviert“ wählen, ASN 65515 belassen und als Azure-APIPA-BGP-IP-Adresse 169.254.21.1 eintragen.

  3. 3

    Lokales Netzwerkgateway anlegen

    Als IP-Adresse die öffentliche IP Ihres UniFi Gateways. Den Adressraum können Sie leer lassen, wenn nur BGP genutzt wird. Unter Erweitert BGP aktivieren, ASN 65010 und BGP-Peer-IP 169.254.21.2 eintragen.

  4. 4

    Verbindung erstellen

    Verbindungstyp Site-to-Site (IPsec), VPN Gateway und lokales Netzwerkgateway wählen, einen langen gemeinsamen Schlüssel (PSK) festlegen, IKEv2 und BGP aktivieren.

  5. 5

    IPsec-Richtlinie festlegen

    Empfohlen ist eine benutzerdefinierte IPsec/IKE-Richtlinie mit denselben Werten wie im UniFi Gateway, etwa AES256, SHA256, DH-Gruppe 14 und PFS2048. So handeln beide Seiten garantiert dieselben Verfahren aus.

  6. 6

    Werte notieren

    Auf der Seite Konfiguration des VPN Gateways die öffentliche IP-Adresse ablesen. Sie wird im UniFi Gateway als Gegenstelle eingetragen.

Beispielwerte dieses Leitfadens

Fiktive Werte. Im BGP-Konfigurator passen Sie sie an Ihr Netz an.

  • Lokales Netz10.10.0.0/16 (Clients, Server, Telefonie)
  • Azure VNet10.20.0.0/16
  • GatewaySubnet10.20.255.0/27
  • ASN UniFi Gateway65010
  • ASN Azure VPN Gateway65515
  • BGP-Adresse UniFi169.254.21.2
  • BGP-Adresse Azure169.254.21.1

Quelle: Microsoft Learn (Configure BGP for VPN Gateway, VPN Gateway FAQ). Stand: Oktober 2026.

UniFi Gateway einrichten

Tunnel, BGP-Datei, Firewall und OSPF

Im UniFi Gateway richten Sie einen manuellen, routenbasierten IPsec-Tunnel zum Azure VPN Gateway ein, laden die BGP-Konfiguration als Datei hoch und geben in der Zone-Based Firewall den Verkehr zwischen Azure und den gewünschten Netzen frei. OSPF im lokalen Netz kommt unabhängig davon hinzu.

Die Menüpunkte unterscheiden sich je nach Version von UniFi Network leicht. Die Begriffe in Fettschrift entsprechen der englischen Oberfläche.

  1. 1

    Modell und Version prüfen

    BGP setzt ein unterstütztes Gateway und mindestens UniFi OS 4.1.13 voraus, beim Next-Gen Gateway Enterprise Firmware 4.1.8. Aktualisieren Sie vorher auf den aktuellen Stand.

  2. 2

    Site-to-Site VPN anlegen

    Unter Settings > VPN > Site-to-Site VPN einen Manual IPsec-Tunnel erstellen. Remote IP ist die öffentliche IP des Azure VPN Gateways, dazu derselbe PSK wie in Azure.

  3. 3

    Routenbasiert mit Tunnel-IP

    Als VPN-Typ Route-Based wählen und als Tunnel-IP 169.254.21.2/30 eintragen. In den erweiterten Einstellungen IKEv2 und dieselben Verfahren wie in der Azure-Richtlinie setzen.

  4. 4

    BGP-Datei hochladen

    Die Konfiguration aus dem BGP-Konfigurator als Textdatei speichern und im Bereich Routing unter BGP hochladen. Das UniFi Gateway baut die BGP-Sitzung zu 169.254.21.1 selbst auf.

  5. 5

    Firewall freigeben

    In der Zone-Based Firewall Richtlinien zwischen der VPN-Zone und den internen Netzen anlegen, die Azure erreichen darf. BGP läuft auf TCP-Port 179 nur durch den Tunnel, nie zum Internet hin öffnen.

  6. 6

    OSPF im lokalen Netz

    Unter Routing eine OSPF-Area 0 anlegen, die Netze zum Layer-3-Core auswählen und die Parameter des Nachbarn übernehmen. Per OSPF gelernte Netze tragen Sie im Konfigurator mit ein, damit sie auch Azure erreichen.

Quellen: Ubiquiti Help Center (UniFi - Border Gateway Protocol, UniFi Gateway - OSPF, Site-to-Site IPsec VPN). Stand: Oktober 2026. Den Aufbau testen wir vor jedem Projekt im UniFi Democenter.

BGP-Konfigurator für UniFi und Azure

Tragen Sie Ihre Werte ein. Der Konfigurator erzeugt die FRR-Datei für das UniFi Gateway und zeigt, was Sie in Azure eintragen. Ihre Eingaben verlassen den Browser nicht.

privat, z. B. 64512 bis 65514
Standard 65515
Tunnel-IP, 169.254.x.x
169.254.21.0 bis 169.254.22.255
z. B. LAN-IP des Gateways
z. B. 10.20.0.0/16
Direkt angeschlossen, statisch oder per OSPF gelernt. Jedes Netz muss in der Routingtabelle des Gateways stehen.

FRR-Datei für das UniFi Gateway

router bgp 65010
bgp router-id 10.10.10.1
!
network 10.10.10.0 mask 255.255.255.0
network 10.10.20.0 mask 255.255.255.0
network 10.10.30.0 mask 255.255.255.0
!
neighbor 169.254.21.1 remote-as 65515
neighbor 169.254.21.1 description Azure-VPN-Gateway
neighbor 169.254.21.1 timers 60 180
!
address-family ipv4
neighbor 169.254.21.1 activate
neighbor 169.254.21.1 soft-reconfiguration inbound
neighbor 169.254.21.1 route-map AZURE_IN in
neighbor 169.254.21.1 route-map ONPREM_OUT out
exit-address-family
!
exit
!
route-map AZURE_IN permit 10
match ip address prefix-list AZURE_NETZE
exit
!
route-map ONPREM_OUT permit 10
match ip address prefix-list ONPREM_NETZE
exit
!
ip prefix-list AZURE_NETZE seq 5 permit 10.20.0.0/16 le 32
!
ip prefix-list ONPREM_NETZE seq 5 permit 10.10.10.0/24
ip prefix-list ONPREM_NETZE seq 10 permit 10.10.20.0/24
ip prefix-list ONPREM_NETZE seq 15 permit 10.10.30.0/24

In Azure und UniFi eintragen

  • VPN GatewayASN: 65515
  • VPN GatewayAzure-APIPA-BGP-IP: 169.254.21.1
  • Lokales NetzwerkgatewayASN: 65010
  • Lokales NetzwerkgatewayBGP-Peer-IP: 169.254.21.2
  • UniFi Site-to-Site VPNTunnel-IP: 169.254.21.2/30

Prüfung

  • Alle Werte sind plausibel.

Muster nach dem Beispiel im Ubiquiti Help Center und den BGP-Vorgaben von Microsoft, Stand Oktober 2026. Vor dem Produktivbetrieb im Wartungsfenster testen. Gern prüfen wir Ihre Konfiguration.

Verbindung prüfen und Fehler beheben

Befehle, Kontrollpunkte und typische Fehlerbilder

Eine BGP-Verbindung gilt erst als fertig, wenn der Peer verbunden ist, beide Seiten die erwarteten Netze gelernt haben und Anwendungen tatsächlich durch den Tunnel erreichbar sind. In Azure sehen Sie den Status im Portal am VPN Gateway unter BGP-Peers oder per PowerShell, im UniFi Gateway per SSH mit vtysh.

Befehle zur Kontrolle von BGP und OSPF in Azure und im UniFi Gateway
WoZeigtBefehl
Azure PowerShellStatus der BGP-PeersGet-AzVirtualNetworkGatewayBgpPeerStatus -ResourceGroupName RG -VirtualNetworkGatewayName GW
Azure PowerShellVon UniFi gelernte RoutenGet-AzVirtualNetworkGatewayLearnedRoute -ResourceGroupName RG -VirtualNetworkGatewayName GW
Azure PowerShellAn UniFi gemeldete RoutenGet-AzVirtualNetworkGatewayAdvertisedRoute -ResourceGroupName RG -VirtualNetworkGatewayName GW -Peer 169.254.21.2
UniFi Gateway per SSHBGP-Sitzung und Anzahl Präfixevtysh -c "show bgp summary"
UniFi Gateway per SSHVon Azure gelernte Routenvtysh -c "show ip route bgp"
UniFi Gateway per SSHOSPF-Nachbarnvtysh -c "show ip ospf neighbor"

Typische Fehlerbilder und Lösungen

Typische Fehlerbilder bei OSPF und BGP mit UniFi und Azure
FehlerbildUrsacheLösung
BGP-Peer bleibt getrenntIPsec-Tunnel steht nichtZuerst Tunnel prüfen: PSK, IKEv2 und identische Verfahren auf beiden Seiten. BGP startet erst nach dem Tunnel.
Tunnel steht, BGP startet nichtBei APIPA-Adressen startet Azure die Sitzung nicht selbstDas UniFi Gateway muss die Sitzung aufbauen. Tunnel-IP, Nachbaradresse und ASNs gegen die Azure-Werte prüfen.
Peer auf falsche AdresseNachbar auf die öffentliche IP statt auf die BGP-Adresse konfiguriertAls Nachbar immer die BGP-Adresse von Azure eintragen, im Beispiel 169.254.21.1.
Azure lehnt die Konfiguration abReservierte oder gleiche ASN auf beiden SeitenPrivate ASN wählen, nicht 65515, 65517 bis 65520, 8074, 8075 oder 12076.
Azure zeigt 0 empfangene RoutenNetz steht nicht in der Routingtabelle oder Präfix-Liste filtertJede network-Zeile braucht eine exakt passende Route. Präfix-Liste ONPREM_NETZE prüfen.
BGP-Sitzung bricht wiederholt abMehr als 4.000 gemeldete PräfixeNetze zusammenfassen und Präfix-Listen eng fassen.
Ein Netz kommt in Azure nicht anPräfix ist identisch mit einem VNet-AdressraumÜberschneidungsfreien Adressplan verwenden, Azure verwirft identische Präfixe.
Große Übertragungen hängenFragmentierung im TunnelTCP-MSS im Tunnel auf 1350 Byte begrenzen, wie von Microsoft empfohlen.
OSPF hängt im Zustand ExStartUnterschiedliche MTU, etwa Jumbo Frames auf nur einer SeiteMTU auf beiden Seiten angleichen, meist 1500.
Keine OSPF-NachbarschaftArea, Hello, Dead, Authentifizierung oder Maske verschieden, Schnittstelle passivParameter beider Seiten abgleichen, Schnittstelle zum Nachbarn nicht passiv setzen.
Routen vorhanden, aber kein ZugriffZone-Based Firewall blockiertRichtlinien zwischen VPN-Zone und internen Netzen anlegen.
Umschalten dauert MinutenFeste Azure-Timer von 180 Sekunden, kein BFDVPN Gateway im Aktiv-aktiv-Modus mit zwei Tunneln betreiben.

Quellen: Microsoft Learn (Troubleshoot BGP issues for Azure VPN Gateway, VPN Gateway FAQ), Ubiquiti Help Center. Weitere Lösungen im UniFi Troubleshooting für Administratoren. Stand: Oktober 2026.

OSPF bis in Azure mit Router-VM

Die Alternative, wenn OSPF in der Cloud ankommen soll

Wer OSPF bis in Azure benötigt, setzt eine eigene Router-VM ein, eine Network Virtual Appliance (NVA), die OSPF mit dem lokalen Netz spricht und ihre Routen per BGP an den Azure Route Server weitergibt. Azure selbst bleibt auch hier bei BGP: Der Route Server unterstützt ausschließlich BGP und trägt die gelernten Netze in die Subnetze des VNet ein.

Die Router-VM, etwa ein Linux-Server mit FRR oder eine Firewall-Appliance, braucht aktivierte IP-Weiterleitung an der Netzwerkkarte, eine eigene ASN ungleich 65515 und eBGP Multihop, weil der Route Server in einem eigenen Subnetz namens RouteServerSubnet liegt. Der Datenverkehr fließt über die Router-VM, nicht über den Route Server. Auf UniFi Seite muss sich der Tunnel zur Router-VM als OSPF-Schnittstelle auswählen lassen. Das hängt von der Version von UniFi Network ab und wird im Labor geprüft, alternativ läuft auch zur Router-VM BGP.

OSPF bis in Azure über eine eigene Router-VMDas UniFi Gateway baut einen IPsec-Tunnel zu einer Router-VM in Azure auf und spricht durch den Tunnel OSPF mit ihr. Die Router-VM gibt die gelernten Netze per BGP an den Azure Route Server weiter, der sie in die Subnetze des virtuellen Netzes einträgt. Der Datenverkehr fließt direkt über die Router-VM, nicht über den Route Server.MICROSOFT AZUREIPsec + OSPFeBGP MultihopUniFi GatewayRouter-VMz. B. mit FRRRoute ServerASN 65515Subnetze im VNet

Sinnvoll, wenn

  • eine Firewall oder IDS in Azure den Verkehr sehen soll
  • das lokale Netz durchgehend auf OSPF aufgebaut ist
  • mehrere Clouds oder Rechenzentren angebunden werden

Zu bedenken

  • Laufende Kosten für VM und Route Server
  • Betrieb, Updates und Hochverfügbarkeit der VM liegen bei Ihnen
  • Route Server: höchstens 16 BGP-Peers und 4.000 Routen je Peer

Quelle: Microsoft Learn (Azure Route Server FAQ). Stand: Oktober 2026. Für die meisten Unternehmen ist die direkte Kopplung per VPN Gateway und BGP einfacher und günstiger.

Stärken und Schwächen

Dynamisches Routing mit UniFi, ehrlich eingeordnet

UniFi bringt OSPF und BGP lizenzfrei mit und reicht für die Kopplung mit Azure, AWS und Layer-3-Netzen anderer Hersteller, BGP erfordert aber Erfahrung mit FRR-Konfigurationen. Vor dem Wechsel zu Ubiquiti war die InSys AG® mehr als 20 Jahre Partner von HP Aruba. Wir kennen dynamisches Routing daher auch aus klassischen Enterprise-Plattformen.

Stärken

  • OSPF in der Oberfläche: Areas, Kosten, Authentifizierung und Weitergabe ohne Kommandozeile
  • BGP mit FRR: Präfix-Listen und Route-Maps wie bei großen Routern, als Textdatei versionierbar
  • Standardkonform: OSPF und BGP sprechen mit Azure, AWS, Providern und Routern anderer Hersteller
  • Lizenzfrei: keine Zusatzlizenz für Routing-Protokolle
  • Eine Plattform: Firewall, VPN, Routing, Switches und WLAN in UniFi Network
  • SD-WAN inklusive: zwischen UniFi Standorten routet UniFi SD-WAN automatisch, intern mit OSPF

Schwächen

  • BGP ohne Oberfläche: Konfiguration nur per Datei, Fehler zeigen sich erst im Betrieb oder per SSH
  • Nur ausgewählte Gateways: BGP laut Help Center nur auf bestimmten Modellen und Versionen
  • Weitergabe eingeschränkt: OSPF gibt in der Oberfläche nur angeschlossene und statische Routen weiter
  • Diagnose per SSH: Nachbarn und Routen sieht man vollständig nur mit vtysh
  • Azure kennt kein OSPF: zu Azure immer BGP, OSPF nur über eine eigene Router-VM
  • Langsames Umschalten zu Azure: feste Timer bis 180 Sekunden, kein BFD

Unser Fazit: Für Unternehmen mit UniFi am Standort und Workloads in Microsoft Azure ist die Kopplung per IPsec und BGP der richtige Weg: lizenzfrei, standardkonform und ohne zusätzliche Router. Die BGP-Datei sollte aber jemand erstellen und pflegen, der FRR kennt. Für sehr große Routingtabellen oder komplexe Richtlinien über viele Clouds ist eine Enterprise-Routing-Plattform die bessere Wahl. Welche Lösung passt, klären wir in der Ubiquiti UniFi Beratung.

Wann lohnt sich dynamisches Routing?

Typische Szenarien aus der Praxis

Dynamisches Routing lohnt sich, sobald mehr als ein Router Netze kennt, die andere erreichen müssen. Die Karten zeigen typische Szenarien und das Protokoll, das wir dort in der Regel einsetzen.

  • Hybrid Cloud mit Azure

    Server, Datenbanken oder Azure Virtual Desktop in Azure, Benutzer und Geräte am Standort. Neue Subnetze sind ohne Handarbeit auf beiden Seiten bekannt.

    ProtokollBGP über IPsec

  • Layer-3-Core anderer Hersteller

    Bei der Migration zu UniFi bleibt ein bestehender Core von Cisco oder HPE Aruba zunächst im Einsatz und tauscht seine Netze mit dem UniFi Gateway aus.

    ProtokollOSPF

  • Virtualisierung mit eigenem Routing

    Plattformen wie VMware NSX oder Kubernetes melden ihre Netze selbst an das Gateway, statt dass jede Änderung von Hand nachgezogen wird.

    ProtokollOSPF oder BGP

  • Eigene IP-Adressen und mehrere Provider

    Unternehmen mit eigenem AS und eigenen Adressen melden diese bei zwei Providern an und bleiben bei einem Ausfall erreichbar.

    ProtokollBGP

  • Rechenzentrum und Standorte

    Ein Rechenzentrum mit eigenen Routern wird mit UniFi Standorten gekoppelt. Zwischen den UniFi Standorten selbst übernimmt UniFi SD-WAN das Routing.

    ProtokollOSPF und SD-WAN

  • AWS und weitere Clouds

    Dasselbe Prinzip wie bei Azure: zwei IPsec-Tunnel, je eine BGP-Sitzung, Werte gibt der Cloud-Anbieter vor.

    ProtokollBGP über IPsec

Praxistipps aus unseren Projekten

Was dynamisches Routing mit Azure dauerhaft stabil macht

Ein überschneidungsfreier Adressplan, eng gefasste Präfix-Listen und ein getesteter Failover entscheiden darüber, ob dynamisches Routing im Alltag ruhig läuft. Diese sieben Punkte klären wir in jedem Projekt vor der ersten Konfiguration, in der professionellen UniFi Netzwerkplanung.

  1. 01

    Adressplan zuerst

    Lokale Netze und Azure-Adressräume dürfen sich nicht überschneiden. Azure verwirft Präfixe, die exakt einem VNet-Adressraum entsprechen.

  2. 02

    Netze zusammenfassen

    Melden Sie lieber 10.10.0.0/16 als Dutzende /24-Netze. Das hält die Tabellen klein und bleibt weit unter der Grenze von 4.000 Präfixen.

  3. 03

    Präfix-Listen in beide Richtungen

    Nur erwartete Netze annehmen und melden. Ein Tippfehler in einer Gegenstelle kann sonst Ihren eigenen Verkehr umleiten.

  4. 04

    Zwei Tunnel für schnelles Umschalten

    Azure-Timer sind fest auf 60 und 180 Sekunden eingestellt. Ein VPN Gateway im Aktiv-aktiv-Modus mit zwei Tunneln schaltet deutlich schneller um.

  5. 05

    MSS im Tunnel begrenzen

    Microsoft empfiehlt eine TCP-MSS von 1350 Byte im Tunnel. Das verhindert hängende Übertragungen durch Fragmentierung.

  6. 06

    Konfiguration versionieren

    Die BGP-Datei ist Text. Speichern Sie jede Fassung mit Datum, dann lässt sich jede Änderung nachvollziehen und zurücknehmen.

  7. 07

    Failover testen

    Einen Tunnel bewusst trennen und prüfen, ob Routen zurückgezogen werden und Anwendungen erreichbar bleiben. Ein verbundener Peer allein beweist noch keine funktionierende Verbindung.

  8. Ihre Azure-Kopplung mit uns planen

    Wir prüfen Adressplan, Gateways und Azure-Umgebung und erstellen die BGP-Konfiguration für Ihr Netz.

Warum die InSys AG® für UniFi und Azure?

Ubiquiti Enterprise Partner und Microsoft Solutions Partner für Infrastruktur (Azure) aus einer Hand

Die InSys AG® plant und betreibt seit ihrer Gründung 1991 Unternehmensnetzwerke, von Bielefeld aus für Kunden in ganz Deutschland und Europa. Als Ubiquiti Enterprise Partner und UniFi Professional Integrator betreuen wir UniFi Netze vom Einzelstandort bis zu Installationen mit weit über 500 Access Points. Unsere Mitarbeitenden sind zertifiziert als UniFi Full Stack Professional (UFSP) und UniFi Routing, Switching & Cybersecurity Admin (URSCA).

Zugleich ist die InSys AG® Microsoft Solutions Partner für Infrastruktur (Azure) und betreut Azure-Umgebungen von der Migration bis zum laufenden Betrieb. Die Kopplung von UniFi und Azure planen, konfigurieren und betreiben wir deshalb aus einer Hand, ohne Abstimmung zwischen zwei Dienstleistern. Auf Wunsch übernehmen wir Überwachung und Updates im UniFi Managed Service.

Wie dynamisches Routing mit UniFi Gateways im Betrieb aussieht, zeigen wir Ihnen in Deutschlands größtem UniFi Democenter im H1 Bielefeld. Als autorisiertes UniFi Schulungscenter schulen wir auf Wunsch auch Ihr IT-Team.

Häufige Fragen zu OSPF, BGP und UniFi

Antworten auf die wichtigsten Fragen zu dynamischem Routing, UniFi Gateways und der Kopplung mit Microsoft Azure.

Was ist OSPF?

OSPF (Open Shortest Path First) ist ein offenes Routing-Protokoll für Netze innerhalb eines Unternehmens. Jeder Router kennt die gesamte Topologie seiner Area und berechnet daraus den Weg mit den geringsten Kosten. Fällt eine Verbindung aus, rechnen alle Router innerhalb von Sekunden neu und nutzen automatisch den nächstbesten Weg.

Was ist BGP?

BGP (Border Gateway Protocol) ist das Routing-Protokoll zwischen autonomen Systemen, also zwischen Netzen mit eigener Verwaltung wie Unternehmen, Providern und Clouds. Jedes System hat eine Nummer, die ASN, meldet seinen Nachbarn die eigenen Netze und entscheidet nach Regeln, welche Netze es annimmt. BGP verbindet das Internet und ist der Standard, um lokale Netze mit Microsoft Azure oder AWS dynamisch zu koppeln.

Was ist der Unterschied zwischen OSPF und BGP?

OSPF ist für das Netz innerhalb eines Unternehmens gedacht und wählt automatisch den schnellsten Weg nach Kosten. BGP verbindet verschiedene Netze, etwa Unternehmen, Provider und Clouds, und entscheidet nach Regeln wie Präfix-Listen und AS-Pfad, welche Netze ausgetauscht werden. In der Praxis ergänzen sich beide: OSPF im lokalen Netz, BGP zur Cloud oder zum Provider.

Was ist dynamisches Routing?

Beim dynamischen Routing tauschen Router ihre Netze automatisch über ein Routing-Protokoll wie OSPF oder BGP aus. Kommt ein Netz hinzu oder fällt eine Leitung aus, passen sich alle Routingtabellen selbstständig an. Beim statischen Routing trägt dagegen ein Administrator jede Route von Hand ein und muss sie bei jeder Änderung an jedem Gerät nachpflegen.

Unterstützt UniFi OSPF?

Ja. UniFi Gateways unterstützen OSPF seit UniFi Network 8.1 direkt in der Oberfläche. Sie legen eine Area an, zum Beispiel die Backbone-Area 0, wählen die Netze aus und stellen bei Bedarf Kosten, Hello- und Dead-Intervall, Authentifizierung per MD5 sowie die Weitergabe angeschlossener und statischer Routen ein. Auch UniFi SD-WAN nutzt OSPF intern, um zwischen den Standorten zu routen.

Unterstützt UniFi BGP?

Ja, auf ausgewählten Gateways. Laut Ubiquiti Help Center unterstützen die UniFi Enterprise Firewall (EFG), Dream Machine Pro Max, Dream Machine SE, Dream Machine Pro und Dream Wall ab UniFi OS 4.1.13 sowie das Next-Gen Gateway Enterprise ab Firmware 4.1.8 BGP. BGP wird nicht in der Oberfläche geklickt, sondern als Konfigurationsdatei im FRR-Format hochgeladen. Den passenden Text erzeugt der BGP-Konfigurator auf dieser Seite.

Unterstützt Microsoft Azure OSPF?

Nein. Das Azure VPN Gateway und der Azure Route Server unterstützen für dynamisches Routing ausschließlich BGP. Ein UniFi Netz verbinden Sie deshalb per IPsec-Tunnel und BGP mit Azure, während im lokalen Netz weiter OSPF laufen kann. Wer OSPF bis in Azure benötigt, setzt eine eigene Router-VM ein, die ihre Routen per BGP an den Azure Route Server weitergibt.

Welche Azure VPN Gateway SKU brauche ich für BGP?

BGP unterstützen alle Azure VPN Gateway SKUs außer Basic, und nur routenbasierte Gateways. Die älteren SKUs VpnGw1 bis VpnGw5 ohne Zonenredundanz hat Microsoft zum 30. September 2026 abgekündigt und auf die AZ-Varianten migriert. Für neue Projekte wählen Sie deshalb eine AZ-SKU wie VpnGw1AZ oder größer.

Welche ASN verwende ich für BGP mit Azure?

Das Azure VPN Gateway hat standardmäßig die ASN 65515. Für Ihr lokales Netz wählen Sie eine private ASN aus den Bereichen 64512 bis 65514 oder 65521 bis 65534, zum Beispiel 65010. Nicht erlaubt sind die von Azure reservierten ASNs 8074, 8075, 12076, 65515 und 65517 bis 65520 sowie von der IANA reservierte Nummern. Beide Seiten müssen unterschiedliche ASNs haben.

Was sind APIPA-Adressen bei BGP mit Azure?

APIPA-Adressen aus dem Bereich 169.254.x.x dienen als BGP-Adressen direkt im Tunnel. Für das Azure VPN Gateway sind eigene APIPA-Adressen aus dem Bereich 169.254.21.0 bis 169.254.22.255 erlaubt. Wichtig: Bei APIPA-Adressen startet Azure die BGP-Sitzung nicht selbst, das lokale Gateway muss sie aufbauen. Das UniFi Gateway tut das mit der Konfiguration dieser Seite automatisch.

Welchen Port nutzt BGP?

BGP nutzt TCP-Port 179. Bei der Anbindung an Azure läuft die BGP-Sitzung ausschließlich durch den verschlüsselten IPsec-Tunnel. Port 179 sollte nie zum Internet hin geöffnet werden.

Wie viele Netze kann ich per BGP an Azure melden?

Das Azure VPN Gateway nimmt bis zu 4.000 Präfixe je BGP-Nachbar an. Werden es mehr, beendet Azure die BGP-Sitzung vollständig. Fassen Sie lokale Netze deshalb sinnvoll zusammen, etwa 10.10.0.0/16 statt vieler einzelner /24-Netze, und filtern Sie die gemeldeten Netze mit Präfix-Listen.

Wie schnell schaltet BGP mit Azure bei einem Ausfall um?

Azure arbeitet mit festen BGP-Timern: Keepalive 60 Sekunden, Hold-Time 180 Sekunden. BFD für eine schnellere Erkennung unterstützt das Azure VPN Gateway bei Site-to-Site-Verbindungen nicht. Für schnelles Umschalten planen Sie deshalb ein Gateway im Aktiv-aktiv-Modus mit zwei Tunneln, über die BGP parallel läuft.

Was ist eine OSPF Area?

Eine Area ist ein Bereich des Netzes, innerhalb dessen alle Router dieselbe Topologie kennen. Jedes OSPF-Netz hat eine Backbone-Area mit der Nummer 0, weitere Areas werden daran angeschlossen. UniFi bietet die Area-Typen Normal, Stub und NSSA. Für die meisten mittelständischen Netze genügt eine einzige Area 0.

Funktioniert die Anbindung auch mit AWS?

Ja. Das Prinzip ist dasselbe: IPsec-Tunnel und BGP. Ubiquiti beschreibt im Help Center ein Beispiel mit zwei IPsec-Tunneln zu AWS, über die jeweils eine BGP-Sitzung läuft. Die Werte für ASN und Tunneladressen gibt dabei AWS vor.

Brauche ich mit UniFi SD-WAN noch OSPF oder BGP?

Zwischen UniFi Standorten nicht. UniFi SD-WAN baut die Tunnel selbst auf und verteilt die Routen automatisch, intern mit OSPF. OSPF oder BGP richten Sie selbst ein, wenn Router anderer Hersteller, ein Layer-3-Core, Microsoft Azure, AWS oder ein Provider mit eigenem AS beteiligt sind.

Welche Anbieter unterstützen bei UniFi und Microsoft Azure?

Die InSys AG® aus Bielefeld ist Ubiquiti Enterprise Partner und UniFi Professional Integrator und zugleich Microsoft Solutions Partner für Infrastruktur (Azure). Sie plant und betreibt UniFi Netze und Microsoft Azure aus einer Hand, einschließlich der Kopplung per IPsec und BGP. Mitarbeitende sind zertifiziert als UniFi Full Stack Professional (UFSP) und UniFi Routing, Switching & Cybersecurity Admin (URSCA). Aufbauten lassen sich in Deutschlands größtem UniFi Democenter im H1 Bielefeld live ansehen.

Projekt mit UniFi und Azure planen? Wir beraten Sie.

Ubiquiti Enterprise Partner. Microsoft Solutions Partner für Infrastruktur (Azure). Bundesweit seit 1991.

Sie möchten Ihr UniFi Netz mit Microsoft Azure koppeln, einen bestehenden Layer-3-Core per OSPF einbinden oder statische Routen durch dynamisches Routing ablösen? Wir prüfen Ihre Ausgangslage und empfehlen Ihnen Aufbau, Gateways und Routing-Protokoll.

Damit wir Ihnen schnell eine konkrete Einschätzung geben können, helfen uns diese Angaben:

Standort: vorhandenes UniFi Gateway, Router und Layer-3-Switches
Azure: vorhandene VNets, VPN Gateways oder ExpressRoute
Adressen: lokale Netze und Azure-Adressräume
Zeitrahmen: geplanter Projektstart oder Wartungsfenster

Sie erreichen uns auch telefonisch unter +49 (521) 260105-0. Wir melden uns mit einem Vorschlag für Ihre Kopplung von UniFi und Azure inklusive Adressplan und BGP-Konfiguration.

Projekt mit UniFi und Azure planen? Wir beraten Sie.

Ubiquiti Enterprise Partner. UniFi Professional Integrator. Bundesweit seit 1991.

H1 Hochhaus in Bielefeld, Standort von Deutschlands größtem UniFi Democenter

Dynamisches Routing live im UniFi Democenter

Vor Ort sehen Sie UniFi Gateways mit OSPF und BGP im Betrieb und besprechen mit unseren Spezialisten die Kopplung Ihres Netzes mit Microsoft Azure.

  • Deutschlands größtes UniFi Democenter mit über 50 UniFi Produkten auf 700 m²
  • Im H1 Bielefeld, der Hauptbahnhof mit ICE-Anbindung liegt in Sichtweite
  • Für Unternehmen mit konkretem UniFi Projekt, nur nach Terminvereinbarung

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