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Self Service BI mit KI: Warum Power BI und Qlik Sense gleichermaßen Konkurrenz bekommen

NewsThomas Honemeyer, Vorstand

Self Service BI verspricht seit Jahren, dass Fachabteilungen ihre Zahlen selbst auswerten. Erst die Kombination aus KI und MCP Server löst das Versprechen ein, ohne Technikwissen und ohne Controller. Das betrifft Microsoft Power BI und Qlik Sense gleichermaßen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Self Service BI wird mit einer KI wie Claude von Anthropic und einem MCP Server erstmals für Geschäftsführer, Bereichsleiter und Teamleiter ohne BI-Kenntnisse wirklich nutzbar.
  • Technisches Wissen über Datenmodelle, Formelsprachen und Visualisierungen ist nicht mehr nötig, und die KI bringt das Fachwissen von Controllern und Betriebswirten gleich mit.
  • Microsoft Power BI und Qlik Sense sitzen dabei im selben Boot: Beide Hersteller bieten eigene MCP Server an, über die KI-Agenten auf ihre Datenmodelle zugreifen.
  • Aus Sicht der InSys AG® sind diese MCP Server der BI-Tools nur eine Zwischenlösung: Ein MCP Server direkt am ERP-System, an der Finanzbuchhaltung oder an der Produktionssteuerung liefert die Daten ohne Umweg und macht das BI-Tool als Middleware überflüssig.
  • Datenqualität, einheitliche Kennzahlendefinitionen, Berechtigungen und Datenschutz bleiben die Voraussetzungen für verlässliche Ergebnisse.

Warum Self Service BI erst mit KI wirklich funktioniert

Self Service BI ist seit vielen Jahren das große Versprechen der Business Intelligence: Fachabteilungen und Geschäftsführung sollen ihre Zahlen selbst auswerten, ohne bei der IT oder einem BI-Spezialisten anstehen zu müssen. Werkzeuge wie Microsoft Power BI, Qlik Sense, QlikView oder Tableau haben viel dafür getan. In der Praxis blieben aber zwei Hürden: Man musste das Werkzeug technisch beherrschen, und man musste wissen, welche Zahlen überhaupt aussagekräftig sind.

Beide Hürden fallen gerade. Möglich macht das die Kombination einer KI wie Claude von Anthropic mit einem MCP Server, der die KI direkt mit ERP-System, Finanzbuchhaltung, CRM, Produktionssteuerung oder Datenbank verbindet. Statt ein Dashboard zu bauen, beschreiben Sie, was Sie wissen wollen. Die KI holt die Zahlen, rechnet, erstellt die Auswertung und erklärt das Ergebnis. Damit ändert sich vor allem, wer Controlling und Business Intelligence überhaupt nutzen kann.

Erste Hürde fällt: Dashboards entstehen ohne technisches Wissen

Ein gutes Dashboard in Power BI oder Qlik Sense entsteht bisher in mehreren Schritten, die Spezialwissen verlangen: Datenquellen anbinden, Tabellen modellieren, Beziehungen definieren, Kennzahlen in DAX oder in der Skriptsprache von Qlik formulieren, Visualisierungen auswählen und anordnen. In vielen mittelständischen Unternehmen beherrscht das eine einzige Person oder ein externer Dienstleister. Jede neue Frage landet auf deren Schreibtisch und wartet.

Mit KI und MCP Server entfällt dieser Schritt:

  • Sie formulieren die Frage in normaler Sprache, zum Beispiel: „Zeig mir den Deckungsbeitrag je Produktgruppe der letzten zwölf Monate im Vergleich zum Vorjahr.“
  • Die KI holt die Daten über den MCP Server aus dem Quellsystem, und zwar nur mit den Rechten des angemeldeten Benutzers.
  • Sie rechnet, erstellt Tabelle oder Diagramm und weist auf Auffälligkeiten hin.
  • Nachfragen wie „Warum ist die Marge im März eingebrochen?“ beantwortet sie im selben Gespräch, ohne dass jemand ein Dashboard umbauen muss.

Zweite Hürde fällt: Die KI bringt das Wissen des Controllers mit

Der noch wichtigere Punkt: Bisher reichte es nicht, ein BI-Tool bedienen zu können. Man musste auch wissen, welche Zahlen überhaupt aussagekräftig sind. Welche Kennzahlen braucht eine Geschäftsführung? Welche Werte muss man ins Verhältnis setzen, damit eine Zahl etwas bedeutet? Ist ein steigender Umsatz eine gute Nachricht, wenn gleichzeitig die Forderungslaufzeit wächst und immer mehr Kapital in Vorräten gebunden ist? Dieses Wissen hatten Controller und Betriebswirte, und es war in vielen Unternehmen knapp.

Moderne KI-Modelle bringen dieses betriebswirtschaftliche Fachwissen mit. Sie können der KI deshalb nicht nur sagen „Bau mir ein Dashboard“, sondern auch fragen:

  • Welche Dashboards braucht ein Unternehmen unserer Größe und Branche überhaupt?
  • Welche Kennzahlen sollte ich wöchentlich ansehen, welche monatlich?
  • Welche Zahlen muss ich in Relation setzen, zum Beispiel Personalkosten zum Rohertrag oder Auftragseingang zum Umsatz?
  • Woran erkenne ich frühzeitig einen Liquiditätsengpass?
  • Was bedeutet diese Abweichung, und was sollte ich jetzt prüfen?

Die KI schlägt eine sinnvolle Struktur vor, erklärt jede Kennzahl in verständlicher Sprache und baut die Auswertung anschließend direkt aus Ihren echten Daten. Controlling und BI werden damit einer viel breiteren Zielgruppe zugänglich: Geschäftsführern kleinerer Unternehmen ohne eigene Controlling-Abteilung, Vertriebs- und Bereichsleitern, Projekt- und Teamleitern, die ihre Zahlen bisher nur als monatliches PDF zu sehen bekamen.

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Power BI und Qlik Sense sitzen im selben Boot

Die Entwicklung betrifft nicht ein einzelnes Produkt, sondern die gesamte Kategorie der BI-Tools. Das zeigt sich daran, dass die großen Hersteller selbst ihre Produkte für KI-Agenten öffnen. Grundlage ist das Model Context Protocol, ein offener Standard, über den KI-Anwendungen andere Software kontrolliert und mit klar geregelten Rechten bedienen. Warum das bei jeder Softwareauswahl zählt, erklären wir im Beitrag MCP Server bei der Softwareauswahl.

Microsoft Power BI

Mit dem Power BI Authoring MCP Server können KI-Agenten semantische Modelle anlegen und ändern. Lokal ist er allgemein verfügbar, als gehosteter Dienst in der Preview. Für Fragen in natürlicher Sprache an Power BI-Daten verweist Microsoft auf Fabric IQ, das die bestehenden Berechtigungen einschließlich der Sicherheit auf Zeilenebene berücksichtigt.

Qlik Sense und QlikView

Qlik hat im Februar 2026 die agentische KI in Qlik Cloud über Qlik Answers allgemein verfügbar gemacht und gleichzeitig einen eigenen Qlik MCP Server veröffentlicht. Über ihn greifen externe KI-Assistenten wie Claude von Anthropic auf die Analyse-Engine und die freigegebenen Daten von Qlik zu. Inzwischen ist der Qlik MCP Server auch über die Marktplätze von AWS und Databricks erhältlich. Der offizielle Qlik MCP Server ist ein Dienst von Qlik Cloud. Für QlikView und Qlik Sense im eigenen Rechenzentrum gibt es Community-Projekte, die allerdings nicht vom Hersteller stammen.

Warum der MCP Server des BI-Tools nur eine Zwischenlösung ist

Auf den ersten Blick wirken die MCP Server von Power BI und Qlik wie die logische Antwort der Hersteller. Aus unserer Sicht sind sie für die meisten mittelständischen Unternehmen aber ein Umweg. Denn ein BI-Tool erzeugt keine eigenen Daten. Es holt sie aus den Systemen, in denen sie tatsächlich entstehen: dem ERP-System, der Finanzbuchhaltung, dem CRM oder der Produktionssteuerung.

Der Weg über den MCP Server des BI-Tools sieht deshalb so aus: Zuerst muss eine Schnittstelle zwischen ERP-System und BI-Tool gebaut und gepflegt werden. Dann werden die Daten in festen Intervallen in das BI-Tool geladen. Erst danach kann die KI über den MCP Server des BI-Tools auf diese Kopie zugreifen. Das BI-Tool ist in dieser Kette nur noch Middleware zwischen den Daten und der KI.

Mit einem eigenen MCP Server direkt an den datenhaltenden Systemen entfällt diese Zwischenstation:

  • Keine Schnittstelle zum BI-Tool: Sie müssen nicht mehr überlegen, wie ERP-System, Finanzbuchhaltung oder Produktionssteuerung an Power BI oder Qlik Sense angebunden werden.
  • Aktuelle Zahlen statt Kopien: Die KI liest die Daten dort, wo sie entstehen, und nicht den Stand des letzten Ladevorgangs.
  • Weniger Systeme, weniger Kosten: Ein BI-Tool, das nur noch als Durchreiche dient, muss weder lizenziert noch gepflegt werden.
  • Rechte an der Quelle: Der MCP Server arbeitet mit den Berechtigungen, die im ERP-System oder in der Finanzbuchhaltung ohnehin festgelegt sind.

Ein zentrales Datenmodell lohnt sich weiterhin dort, wo sehr viele Quellen zusammengeführt, lange Zeitreihen historisiert oder sehr große Datenmengen verarbeitet werden müssen. Für die typischen Fragen von Geschäftsführung, Vertrieb und Controlling im Mittelstand reicht der direkte Weg zu den Quellsystemen dagegen aus.

Dazu kommt: KI-Assistenten erstellen Dashboards inzwischen selbst. Claude von Anthropic bietet seit Oktober 2026 mit Claude Dashboards als Beta in allen bezahlten Plänen Live-Dashboards, die sich bei neuen Daten aktualisieren und zu jeder Zahl die zugrunde liegende Abfrage zeigen. Details dazu stehen in unseren Claude News aus dem Herbst 2026.

Was bedeutet das für Unternehmen mit Power BI oder Qlik Sense?

Wer Power BI oder Qlik Sense bereits einsetzt, muss nicht von heute auf morgen umsteigen. Der MCP Server des BI-Tools kann als Übergang dienen, damit Mitarbeiter schon jetzt per KI auf die vorhandenen Auswertungen zugreifen. Mittelfristig lohnt sich aber die Frage, welche Berichte noch ein eigenes BI-Tool brauchen und welche die KI direkt aus den Quellsystemen erstellen kann. Bei der nächsten Vertragsverlängerung gehört diese Frage auf den Tisch.

Für Unternehmen, die bisher gar kein BI-Tool eingeführt haben, weil Einführung, Lizenzen und Pflege zu aufwendig waren, ist eine KI mit MCP Server direkt auf ERP-System und Finanzbuchhaltung die einfachste Form von Self Service BI.

Worauf sollten Unternehmen achten?

  • Datenqualität bleibt entscheidend. Die KI wertet aus, was im System steht. Falsch gebuchte oder unvollständige Daten führen auch mit KI zu falschen Ergebnissen.
  • Zahlen nachvollziehbar machen. Lassen Sie sich zeigen, wie eine Kennzahl berechnet wurde. Gute Lösungen zeigen die Abfrage hinter jeder Zahl. Bei Entscheidungen mit großer Tragweite sollten zentrale Werte mit dem bekannten Monats- oder Jahresabschluss abgeglichen werden.
  • Kennzahlen einheitlich definieren. Was zählt in Ihrem Unternehmen als Umsatz, was als Deckungsbeitrag? Ohne BI-Tool übernimmt diese Aufgabe eine schriftliche Kennzahlendefinition, die der KI mitgegeben wird. So rechnen alle Beteiligten mit derselben Logik.
  • Rechte und Datenschutz regeln. Der MCP Server sollte nur mit den Rechten des angemeldeten Benutzers arbeiten, idealerweise mit Anmeldung über Microsoft Entra ID. Abfrageergebnisse werden an den gewählten KI-Anbieter übertragen, darauf weist auch Microsoft in der Dokumentation zu den Power BI MCP Servern ausdrücklich hin. Klären Sie, in welcher Region die KI-Verarbeitung stattfindet. Das gehört in Ihre KI-Richtlinie.
  • Die Entscheidung bleibt beim Menschen. Die KI liefert Auswertung, Einordnung und Fachwissen. Die Verantwortung für die Entscheidung trägt weiterhin die Geschäftsführung.

Wie die InSys AG® Unternehmen dabei unterstützt

Die InSys AG® arbeitet selbst täglich mit KI und MCP Server, zum Beispiel bei der Erstellung dieser News. Diese Praxiserfahrung bringen wir in Kundenprojekte ein: von der Frage, welche Kennzahlen Ihr Unternehmen wirklich braucht, bis zur sicheren Anbindung von ERP-System, Finanzbuchhaltung, CRM und Produktionssteuerung an die KI. Welche Rolle KI im Controlling insgesamt spielen kann, zeigt unser Beitrag KI für Unternehmen im Mittelstand.

Liefert der Hersteller Ihres ERP-Systems oder Ihrer Finanzbuchhaltung keinen MCP Server, entwickeln wir gemeinsam mit unserer Schwesterfirma LOUIS INTERNET aus der 4digital Gruppe einen eigenen und sichern ihn mit Microsoft Entra ID ab. Wie das funktioniert, beschreibt die Seite MCP Server für Unternehmen. Als Microsoft Solutions Partner für KI-Geschäftslösungen begleiten wir Sie von der ersten Idee bis zum produktiven Einsatz. Alle Angebote finden Sie in unserer KI-Beratung für den Mittelstand. Sie erreichen uns telefonisch unter +49 (521) 260105-0 oder über das Kontaktformular unter diesem Beitrag.

Häufige Fragen

Was ist Self Service BI?

Self Service BI bedeutet, dass Fachabteilungen und Geschäftsführung ihre Unternehmenszahlen selbst auswerten, ohne auf die IT oder einen BI-Spezialisten angewiesen zu sein. Mit einer KI und einem MCP Server entstehen solche Auswertungen heute aus einer Frage in normaler Sprache.

Braucht man für Self Service BI mit KI noch Controlling-Wissen?

Deutlich weniger als bisher. Moderne KI-Modelle bringen betriebswirtschaftliches Fachwissen mit und beantworten auch, welche Kennzahlen sinnvoll sind und welche Zahlen ins Verhältnis gesetzt werden sollten. Einheitliche Kennzahlendefinitionen und die Verantwortung für Entscheidungen bleiben aber Aufgabe des Unternehmens.

Brauche ich den MCP Server von Qlik oder Power BI?

Aus Sicht der InSys AG® in den meisten mittelständischen Unternehmen nicht. Ein BI-Tool holt seine Daten ohnehin aus ERP-System, Finanzbuchhaltung oder Produktionssteuerung. Ein MCP Server direkt an diesen Systemen liefert der KI die Daten ohne Umweg, ohne Schnittstelle zum BI-Tool und ohne das BI-Tool als Middleware.

Gibt es einen MCP Server für Qlik Sense?

Ja. Qlik hat im Februar 2026 einen offiziellen Qlik MCP Server für Qlik Cloud veröffentlicht, über den KI-Assistenten wie Claude von Anthropic auf die Analyse-Engine und freigegebene Daten zugreifen. Für QlikView und Qlik Sense im eigenen Rechenzentrum gibt es Community-Projekte, die nicht vom Hersteller stammen.

Kann eine KI auf ein bestehendes Power BI zugreifen?

Ja. Microsoft bietet MCP Server für Power BI an: Der Power BI Authoring MCP Server erlaubt KI-Agenten, semantische Modelle anzulegen und zu ändern, und über Fabric IQ beantworten KI-Agenten Fragen in natürlicher Sprache auf Basis bestehender Modelle und Berechtigungen.

Wie sicher sind Unternehmenszahlen bei der Auswertung mit KI?

Entscheidend sind eine Anmeldung mit den Rechten des Benutzers, zum Beispiel über Microsoft Entra ID, eine Protokollierung der Zugriffe und eine klare Regelung, welche Daten an welchen KI-Anbieter und in welche Region übertragen werden dürfen. Diese Punkte gehören in die KI-Richtlinie des Unternehmens.

Sie möchten Self Service BI mit KI in Ihrem Unternehmen einführen? Wir zeigen Ihnen, wie das sicher funktioniert.

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