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Copilot Claude: Microsoft holt die Claude-Modelle bis Ende 2026 in die EU Data Boundary
Microsoft hat am 5. November 2026 angekündigt, dass Copilot Claude bis Ende 2026 innerhalb der EU Data Boundary verarbeitet. Wir zeigen, was sich für Unternehmen in der EU ändert, was gleich bleibt und welche Einstellungen Administratoren jetzt prüfen sollten.
Das Wichtigste in Kürze
- Microsoft will die Claude-Modelle von Anthropic in Microsoft Copilot bis Ende 2026 für Organisationen in der EU und der EFTA innerhalb der EU Data Boundary verarbeiten.
- Bis dahin sind Claude-Modelle in Copilot laut Microsoft-Dokumentation von der EU Data Boundary ausgenommen und in der EU standardmäßig deaktiviert.
- Wer Claude in Copilot bereits freigegeben hat, muss nichts tun, die Verarbeitung wird nach der Umstellung automatisch verlagert.
- Für neue Freigaben bleibt die Einstellung in der EU und der EFTA standardmäßig aus, Administratoren schalten Claude im Microsoft 365 Admin Center für alle oder für ausgewählte Gruppen frei.
- Modelle, die eine Datenspeicherung bei Anthropic voraussetzen, laufen unter eigenen Bedingungen und brauchen weiterhin eine gesonderte Freigabe.
Was hat Microsoft zu Copilot Claude angekündigt?
Microsoft hat am 5. November 2026 angekündigt, dass Copilot Claude, also die Claude-Modelle von Anthropic in Microsoft Copilot, bis Ende 2026 innerhalb der EU Data Boundary verarbeitet wird. Das gilt für Organisationen in der Europäischen Union und in den EFTA-Staaten. Unternehmen müssen sich dann nicht mehr zwischen den Modellen von Claude von Anthropic und den Zusagen von Microsoft zur Datenverarbeitung in Europa entscheiden. Ein genaues Datum nennt Microsoft noch nicht, weitere Details sollen kurz vor der Verfügbarkeit folgen.
Laut Microsoft nutzen bereits heute Copilot Chat, Copilot in den Microsoft 365 Apps, Copilot Cowork und Copilot Code Modelle von Claude von Anthropic. Neu ist nicht die Funktion, sondern der Ort der Verarbeitung.
Wie ist der Stand heute?
Die Microsoft-Dokumentation beschreibt den aktuellen Zustand klar: Claude-Modelle in Microsoft Copilot, Researcher, Copilot Studio, Power Platform und Copilot in den Microsoft 365 Apps sind derzeit von der EU Data Boundary und von Zusagen zur Verarbeitung im eigenen Land ausgenommen. Für Kunden in der EU, der EFTA und im Vereinigten Königreich sind sie standardmäßig deaktiviert.
Anthropic arbeitet für diese Modelle als Subunternehmer (Subprocessor) von Microsoft. Damit gelten die Microsoft Product Terms und der Microsoft Data Protection Addendum (DPA), und die Nutzung ist durch den Enterprise Data Protection von Microsoft abgedeckt. Kundendaten werden laut Microsoft nicht zum Training von KI-Basismodellen verwendet.
Was ändert sich mit der Umstellung für Unternehmen?
Mit der Umstellung entfällt für die genannten Copilot-Funktionen die bisherige Ausnahme von der EU Data Boundary. Wer Claude in Copilot bisher aus diesem Grund nicht freigegeben hat, kann die Entscheidung neu treffen. Laut Microsoft gilt:
- Bestehende Freigaben: Organisationen, die Claude bereits aktiviert haben, müssen nichts tun. Die Verarbeitung wird automatisch in die EU Data Boundary verlagert, sobald sie verfügbar ist.
- Neue Freigaben: In der EU und der EFTA bleibt die Einstellung standardmäßig deaktiviert. Administratoren entscheiden selbst, ob und für wen Claude zur Verfügung steht.
- Feine Steuerung: Die Freigabe ist für alle Benutzer oder für ausgewählte Benutzer und Gruppen möglich.
- Datenhaltung im eigenen Land: Für Organisationen mit höheren Anforderungen nennt Microsoft zusätzlich die Data Residency für gespeicherte Daten, die in zehn Ländern der EU und der EFTA angeboten wird.
Das Vereinigte Königreich erwähnt die Ankündigung nicht. Ob die Umstellung alle Produkte aus der Dokumentation umfasst, also auch Researcher, Copilot Studio und Power Platform, lässt die Ankündigung offen. Ausdrücklich genannt sind Copilot Chat, Copilot in den Microsoft 365 Apps, Copilot Cowork und Copilot Code.
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Welche Claude-Modelle sind ausgenommen?
Microsoft unterscheidet zwei Arten von Claude-Modellen. Neben den Modellen mit Anthropic als Subunternehmer gibt es „Anthropic models with Data Retention“, zum Beispiel Claude Fable 5 und Claude Mythos 5. Bei diesen Modellen speichert Anthropic die meisten Eingaben und Ausgaben bis zu 30 Tage, bei möglichen Verstößen gegen die Nutzungsrichtlinien auch länger. Für sie gelten nicht die Microsoft Product Terms und der DPA, sondern die kommerziellen Bedingungen und der Datenschutzzusatz von Anthropic. Anthropic handelt dann als eigenständiger Auftragsverarbeiter.
Diese Modelle sind in allen Regionen standardmäßig ausgeschaltet und brauchen immer eine eigene Freigabe durch den Administrator. Die Ankündigung zur EU Data Boundary äußert sich zu diesen Modellen nicht. Unternehmen sollten deshalb nicht davon ausgehen, dass die Umstellung auch für sie gilt.
So geben Administratoren Claude in Copilot frei
Die Freigabe ist der Rolle AI Administrator oder Global Administrator vorbehalten. Laut Microsoft-Dokumentation gehen Sie so vor:
- Im Microsoft 365 Admin Center Copilot, dann Settings und View all öffnen.
- AI providers operating as Microsoft subprocessors auswählen.
- Unter den verfügbaren Subunternehmern Anthropic auswählen und speichern.
- Festlegen, welche Benutzer oder Sicherheitsgruppen Zugriff auf die Modelle von Anthropic erhalten, und speichern.
Für Copilot Studio und Power Platform gibt es danach zusätzliche Einstellungen im Power Platform Admin Center. Wer Claude in der EU, der EFTA oder dem Vereinigten Königreich früher unter den eigenen Bedingungen von Anthropic aktiviert hatte, muss laut Microsoft erneut zustimmen.
Was sollten Unternehmen jetzt tun?
Die Ankündigung ist ein guter Anlass, die eigene Entscheidung zu Copilot Claude neu zu bewerten, bevor die Umstellung kommt:
- Ist-Stand prüfen: Ist Anthropic in Ihrem Tenant als Subunternehmer freigegeben, und für welche Gruppen? Sind Modelle mit Datenspeicherung bei Anthropic aktiviert?
- Gruppen statt Mandant: Eine Freigabe für eine Pilotgruppe ist meist sinnvoller als für alle Benutzer.
- Datenschutz einbinden: Die Bewertung, ob und ab wann Claude in Ihrem Unternehmen genutzt werden darf, gehört zu Ihrem Datenschutzbeauftragten und gegebenenfalls zur Rechtsberatung. Die InSys AG® berät nicht rechtlich, unterstützt Sie aber bei der technischen Umsetzung und Dokumentation der Einstellungen.
- Schulung planen: Mitarbeitende sollten wissen, wann sie mit Claude arbeiten und wofür sich welches Modell eignet.
Wie die InSys AG® Sie unterstützt
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Häufige Fragen
Wann wird Copilot Claude in der EU Data Boundary verarbeitet?
Microsoft hat am 5. November 2026 angekündigt, dass Claude-Modelle in Microsoft Copilot bis Ende 2026 für Organisationen in der EU und der EFTA innerhalb der EU Data Boundary verarbeitet werden. Ein genaues Datum hat Microsoft noch nicht genannt.
Müssen Unternehmen, die Claude in Copilot schon nutzen, etwas tun?
Nein. Laut Microsoft wird die Verarbeitung für Organisationen, die Claude bereits freigegeben haben, automatisch in die EU Data Boundary verlagert, sobald die Umstellung verfügbar ist.
Ist Claude in Copilot in Deutschland standardmäßig eingeschaltet?
Nein. In der EU und der EFTA ist die Einstellung für Anthropic als Subunternehmer standardmäßig deaktiviert. Ein AI Administrator oder Global Administrator muss sie im Microsoft 365 Admin Center für alle oder für ausgewählte Benutzer und Gruppen einschalten.
Gilt die EU Data Boundary auch für Claude-Modelle mit Datenspeicherung bei Anthropic?
Die Ankündigung äußert sich dazu nicht. Für Modelle wie Claude Fable 5 oder Claude Mythos 5 gelten die Bedingungen von Anthropic, Anthropic speichert die meisten Eingaben und Ausgaben bis zu 30 Tage. Diese Modelle brauchen immer eine eigene Freigabe.
Werden Unternehmensdaten aus Copilot zum Training von Claude genutzt?
Laut Microsoft fallen Claude-Modelle in Copilot unter den Enterprise Data Protection von Microsoft. Kundendaten werden nicht zum Training von KI-Basismodellen verwendet.
