Business Unit Microsoft 365 Security
Copilot MCP: Wie Sie eigene Systeme per MCP-Connector an Microsoft 365 Copilot anbinden
Mit eigenen MCP-Connectors holen Admins Daten aus ERP, CRM und Fachanwendungen live in Microsoft 365 Copilot, ohne sie in Microsoft 365 zu kopieren. Wir zeigen, was die Funktion kann, was Sie dafür brauchen und welche Einstellungen Sie vor dem Rollout prüfen sollten.
Das Wichtigste in Kürze
- Admins können im Microsoft 365 Admin Center eigene Connectors zu einem MCP Server anlegen und so Daten aus internen Systemen in Microsoft 365 Copilot nutzbar machen.
- Die Daten werden nicht in Microsoft 365 indiziert: Copilot fragt sie live ab und sieht nur, was der jeweilige Benutzer im Quellsystem sehen darf.
- Stellt der MCP Server Werkzeuge zum Anlegen, Ändern oder Löschen bereit, muss der Benutzer solche Aktionen zunächst ausdrücklich bestätigen.
- Für die Einrichtung ist die Rolle Global Administrator oder AI Administrator nötig, die Benutzer brauchen eine Microsoft 365 Copilot Lizenz.
Was ist Copilot MCP im Microsoft 365 Admin Center?
Mit Copilot MCP ist die Anbindung eigener Systeme an Microsoft 365 Copilot über das Model Context Protocol (MCP) gemeint. In den Release Notes zu Microsoft 365 Copilot vom 27. Oktober 2026 führt Microsoft die Funktion auf: Admins legen im Microsoft 365 Admin Center benutzerdefinierte Connectors zu einem MCP Server an und stellen sie im Unternehmen bereit. In der Microsoft 365 Roadmap (ID 501585) ist die Funktion für die weltweite Standard-Cloud als ausgerollt gekennzeichnet.
Microsoft nennt diese Variante „custom federated connector“. Der MCP Server ist dabei die Brücke zwischen Copilot und Ihrem internen System, zum Beispiel ERP, CRM, Ticketsystem oder Intranet. Er stellt Werkzeuge bereit, etwa zum Suchen, Abrufen und Abfragen von Daten oder zum Anlegen, Ändern und Löschen von Datensätzen. Warum eine solche Schnittstelle schon bei der Auswahl neuer Software zählt, lesen Sie in unserem Beitrag MCP Server bei der Softwareauswahl.
Wie unterscheiden sich föderierte und synchronisierte Connectors?
Laut Microsoft-Dokumentation gibt es zwei Arten von Copilot Connectors:
- Synchronisierte Connectors indizieren Inhalte in Microsoft Graph und werden auf Ebene der Organisation eingerichtet.
- Föderierte Connectors rufen Daten über MCP live aus dem Quellsystem ab. Es findet keine Indizierung in Microsoft 365 statt, die Daten bleiben im Ursprungssystem.
Bei föderierten Connectors meldet sich jeder Benutzer mit seinen eigenen Zugangsdaten bei der Datenquelle an. Copilot sieht dadurch nur, was der Benutzer im Quellsystem ohnehin sehen darf, und kann nur ändern, was er dort ändern darf. Beide Arten können im selben Tenant nebeneinander bestehen.
In welchen Copilot-Anwendungen funktionieren die Connectors?
Microsoft nennt für föderierte Connectors diese Einsatzorte:
- Microsoft 365 Copilot Chat
- Agenten und Cowork
- Copilot in Word, Excel, PowerPoint und Outlook
- den Researcher-Agenten, dort allerdings nur lesend
Bevor Sie einen eigenen Connector bauen, lohnt ein Blick in den Connector-Katalog im Admin Center. Dort stellt Microsoft bereits föderierte Connectors bereit, die Microsoft selbst veröffentlicht oder nach Prüfung von Partnern übernommen hat, darunter laut Dokumentation einen DATEV-Connector von Klardaten, DeepL, HubSpot, Asana, Notion, Box und monday.com. Der eigene MCP-Connector ist für Systeme gedacht, für die es keinen fertigen Connector gibt.
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Was brauchen Sie für einen eigenen MCP-Connector?
Die Voraussetzungen laut Microsoft-Dokumentation:
- die Adresse eines MCP Servers, der die gewünschten Werkzeuge bereitstellt
- die Rolle Global Administrator oder AI Administrator im Microsoft 365 Admin Center, für die Anmeldung per Single Sign-on zusätzlich eine passende Admin-Rolle in Microsoft Entra
- Zugriff auf das Teams Developer Portal, in dem die Authentifizierung registriert wird
- Name des Entwicklers sowie Links zu Dokumentation, Datenschutzerklärung und Nutzungsbedingungen des MCP Servers
- eine Microsoft 365 Copilot Lizenz für jeden Benutzer, der den Connector verwenden soll
Für die Anmeldung stehen drei Verfahren zur Wahl: Microsoft Entra SSO, wenn Ihr System Microsoft Entra ID nutzt, OAuth 2.0 für einen anderen Identitätsanbieter oder keine Authentifizierung. Lässt Ihr MCP Server nur bestimmte IP-Adressen zu, müssen Sie die statischen Ausgangsadressen von Microsoft 365 Copilot freigeben.
Angelegt wird der Connector im Admin Center unter Copilot > Connectors im Katalog über die Kachel zum Erstellen eines eigenen Connectors und die Option zur Verbindung mit einem MCP Server. Dort tragen Sie Anzeigename, Beschreibung, Basis-URL und die Registrierungs-ID der Authentifizierung ein. Microsoft empfiehlt eine klare, konkrete Beschreibung der Datenquelle, weil Copilot daran erkennt, wofür der Connector geeignet ist.
Welche Einstellungen steuern, wer den Connector nutzen kann?
Ein Benutzer sieht einen eigenen Connector nur, wenn alle Ebenen es erlauben:
- Agent and plugin access unter Agents > Settings: Die Option für Agenten und Plugins Ihrer eigenen Organisation muss aktiv sein oder der Connector einzeln freigeschaltet werden.
- User access unter Agents > Settings: legt fest, welche Benutzer überhaupt Agenten und Plugins verwenden dürfen.
- Staged rollout am Connector: begrenzt den Connector auf ausgewählte Benutzer oder Gruppen innerhalb dieses Kreises.
Zusätzlich lassen sich Connectors unter Agents > Tools blockieren. Änderungen wirken laut Microsoft nach bis zu 10 Minuten. Wir empfehlen, jeden neuen Connector zunächst nur für eine Testgruppe freizugeben und erst danach im ganzen Unternehmen auszurollen.
Was passiert, wenn Copilot Daten im Quellsystem ändert?
Stellt der MCP Server Werkzeuge zum Anlegen, Ändern oder Löschen bereit, kann Copilot im Namen des Benutzers zum Beispiel ein Ticket anlegen oder einen Datensatz im CRM aktualisieren. Solche Werkzeuge stehen laut Microsoft zunächst auf „Needs approval“: Copilot zeigt vor der Aktion eine Karte mit den zu übertragenden Daten, und erst nach Bestätigung wird etwas an das Quellsystem gesendet.
Der Benutzer kann eine Aktion einmalig erlauben, für die laufende Unterhaltung erlauben oder für das jeweilige Werkzeug dauerhaft erlauben. Fügt der Anbieter ein neues schreibendes Werkzeug hinzu oder ändert es, fragt Copilot wieder nach. Lesende Werkzeuge laufen ohne Rückfrage. Die Aktivitäten lassen sich in Microsoft Purview prüfen.
Microsoft rät, vor der Freigabe schreibender Connectors Funktionsumfang, Datenschutzbedingungen und Verträge gegen die eigenen Sicherheits- und Compliance-Vorgaben zu prüfen und Benutzer sowie Helpdesk darüber zu informieren, dass Aktionen mit ihren eigenen Rechten ausgeführt werden. Klären Sie deshalb vorab, welche Werkzeuge Ihr MCP Server überhaupt anbieten soll.
Was bedeutet Copilot MCP für Ihre KI-Strategie?
Mit eigenen MCP-Connectors wird Microsoft 365 Copilot zur gemeinsamen Oberfläche für Ihre Fachanwendungen: Mitarbeitende fragen in Copilot Chat, Word oder Outlook nach Aufträgen, Kunden oder Tickets, statt zwischen Programmen zu wechseln. Voraussetzung ist ein MCP Server, der sauber abgesichert ist und nur die Werkzeuge bereitstellt, die Sie freigeben wollen.
Die InSys AG® ist Microsoft Solutions Partner für Security und für KI-Geschäftslösungen. Wir unterstützen Sie bei der Einführung von Microsoft 365 Copilot, entwickeln und sichern MCP Server für Ihre Unternehmenssoftware und richten die Connectors mit passenden Freigaben im Admin Center ein. Einen Überblick über unsere KI-Beratung für den Mittelstand finden Sie auf unserer Themenseite.
Häufige Fragen
Speichert Microsoft 365 Copilot die Daten aus dem angebundenen System?
Nein. Föderierte Connectors rufen die Daten laut Microsoft live über MCP ab und indizieren sie nicht in Microsoft 365. Die Daten bleiben im Quellsystem, und die Berechtigungen des Quellsystems gelten weiter.
Welche Lizenz brauchen Benutzer für Copilot MCP Connectors?
Jeder Benutzer, der einen föderierten Connector verwenden soll, braucht eine Microsoft 365 Copilot Lizenz. Zusätzlich muss er im Admin Center für den Connector freigegeben sein und sich mit seinen eigenen Zugangsdaten bei der Datenquelle anmelden, sofern diese eine Anmeldung verlangt.
Kann Copilot über einen MCP-Connector Daten ändern oder löschen?
Ja, wenn der MCP Server entsprechende Werkzeuge bereitstellt. Solche Aktionen muss der Benutzer zunächst ausdrücklich bestätigen, und Copilot kann nur ändern, was der Benutzer im Quellsystem selbst ändern darf. Im Researcher-Agenten bleiben föderierte Connectors grundsätzlich lesend.
Wer darf einen eigenen MCP-Connector im Admin Center anlegen?
Benötigt wird die Rolle Global Administrator oder AI Administrator im Microsoft 365 Admin Center. Für die Anmeldung per Microsoft Entra SSO kommt eine passende Admin-Rolle in Microsoft Entra hinzu, außerdem Zugriff auf das Teams Developer Portal.
Wie schnell wirken Änderungen an einem Connector?
Laut Microsoft dauert es bis zu 10 Minuten, bis das Aktivieren, Deaktivieren oder Freigeben eines Connectors in allen Microsoft 365 Anwendungen wirkt. Benutzer müssen sich nicht abmelden, eventuell aber Copilot neu laden oder eine neue Unterhaltung beginnen.
